Samstag, August 02, 2014

Die Württembergische Evangelische Landeskirche. Von Glaube, Toleranz und Halb-Herzigkeit

Landesbischof der Württembergischen Evangelischen Landeskirche  (gut 2 Millionen Mitglieder) ist derzeit Dr. h.c. Frank Otried July, (Jg. 1954), "ein Bischof, der Gedichte und Gebete mag" und der mit seiner Ehefrau Edeltraud "die Leidenschaft für diese Sprachformen [Gedicht und Gebet] " teilt. - Man sagt, der Bischof stehe dem evangelikalen Lager nahe.

Leidenschaft für Gebet und Gedicht

Aus: wikipedia




Sein Bischofs-Bericht für die Herbst-Synode (das Kirchenparlament) vom 26.11.2012 stand unter dem Titel
Glaube und Toleranz in einer pluralistischen Gesellschaft.
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Ortswechsel. 30. Juli 2014.  Evangelikale in Uganda
Der große Saal von Ugandas Verfassungsgericht ist bis auf den letzten Platz besetzt. 
Links: Ugandas prominentester Schwulenhasser,
der evangelikale Pfarrer Martin Ssempa
Es ist ein entscheidendes Verfahren, das an diesem Mittwoch, den 30. Juli 2014, begonnen hat – der Streit um Ugandas Anti-Homosexuellen-Gesetz, das Ende 2013 vom Parlament verabschiedet wurde und Ende Februar per Unterschrift von Präsident Yoweri Museveni in Kraft trat. Das Gesetz sieht als Höchststrafe lebenslange Haft für Schwule und Lesben vor. Es richtet sich auch gegen Gesundheitseinrichtungen, die Homosexuelle betreuen. Zur Prozesseröffnung ist die Stimmung im vollen Saal angespannt. Auch Ugandas prominentester Schwulenhasser, der evangelikale Pfarrer Martin Ssempa, in schwarzer Robe mit zwei feuerroten Kruzifixen auf der Brust. [...]
Um das Gesetz gibt es weltweite Diskussionen. Ursprünglich 2009 als private Initiative eingebracht, forderte es sogar die Todesstrafe gegen Schwule. Urheber des Gesetzentwurfs war der Abgeordenete David Bahati, neben Pfarrer Ssempa ein berühmtes Mitglied der evangelikalen Zirkel in den USA und Uganda. [...]

Im April 2014 startete Ugandas Polizei die ersten Razzien: Die Einrichtungen eines US-finanzierten Projektes, das medizinische Hilfe für HIV-positive Homosexuelle anbietet, wurde gestürmt. Auch ein US-Projekt an Ugandas Makerere-Universität wurde durchsucht. Dort „trainiere man Jugendliche zum Schwulsein“, sagte Regierungssprecher Ofwono Oponda damals. Die Welt schrie auf. Westliche Länder kürzten Hilfsgelder. Die USA erließen Sanktionen. [Quelle]
1. August 2014
Das Verfassungsgericht Ugandas hat heute das weltweit umstrittene neue Anti-Homosexuellen-Gesetz auf Halde gelegt. Die Richter urteilten am Freitag mittag, bei der Parlamentsabstimmung über das Gesetz am 20. Dezember 2013 seien nicht genügend Abgeordnete anwesend gewesen, um das Gesetz verfassungskonform zu verabschieden.
„All diese Verfolgungsmaßnahmen und Gewalt gegen uns durch die Polizei hat jetzt erst einmal ein Ende“, freut sich Aktivistin Jaqueline Kasha. - „Bis das Oberste Gericht entscheidet darf das Gesetz nicht angewandt werden – es ist als würde es nicht existieren“. [Quelle]
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Zurück nach Stuttgart. 26. November 2012

Im Bischofsbericht über Glaube und Toleranz schreibt Bischof July:
Aus ihrem [christlichen] Glauben an Gott resultiert eine tolerante Haltung. Glaube und Toleranz, das sind also zwei Seiten einer Medaille. Die Glaubensgewissheit ermöglicht mir, dass ich andere toleriere. Weil ich von Gott getragen bin, kann ich andere ertragen. 
Anmerkung:
Toleranz = Andere ertragen! Gott trägt mich. Ich er-trage dafür andere. - Dieser Begriff von Toleranz ist in der Ethik überholt, zumindest aber umstritten. (Das kann an dieser Stelle nicht ausgeführt werden. Siehe dazu z.B. auch: "Toleranz. Die vielen Mr. Strunks dieser Welt und die Vernichtungstechnik durch Nachsicht")
So ist die Evangelische Landeskirche in den Augen mancher eine intolerante Entscheidungsträgerin. [...]  Während zum Beispiel die einen meinen, in der Ehe zwischen einem Pfarrer oder einer Pfarrerin unserer Landeskirche und einer muslimischen Ehepartnerin beziehungsweise einem muslimischen Ehepartner ein Symbol des Religionsfriedens und des Dialogs zu erkennen, sehen andere darin die Gefahr, [...]. Die Landeskirche hat hier in einem konkreten Fall eine klare Entscheidung getroffen.
Anmerkung:
Wie die "klare Entscheidung" der Landeskirche aussah, erwähnt der Bischof nicht: Die Pfarrerin mit dem muslimischen Ehemann musste die Württembergische Landeskirche verlassen. - So wie auch im "Dritten Reich"  Evangelische Pfarrer mit jüdischen Ehefrauen von den nazifreundlichen "Deutschen Christen" schikaniert wurden. - Nur eine Minderheit der evangelischen Christen protestierte damals dagegen. -


Weiter im Text: 
Die Frage der gleichgeschlechtlichen Partnerschaft spaltet nicht nur Kirchen, sie wird von einem großen Teil der Gesellschaft (auch in ihren rechtlichen Auswirkungen) anders wahrgenommen als von Teilen unserer Kirche. [...] Im internationalen und interkulturellen Zusammenhang spitzt sich die Frage nach den Lebensformen im Pfarrhaus noch einmal zu. [...]
Wonach suchen und fragen wir also, wenn es um Toleranz geht? Es geht nicht bloß um ein Dulden oder ein gleichgültiges Geltenlassen des anderen. Toleranz darf nicht verwechselt werden mit Beliebigkeit. Auch ein „Wahrheitspluralismus“ nach dem Motto „Alle haben Recht!“ ist nicht das, was wir anstreben. Es geht vielmehr darum, in Kirche, Gesellschaft und im Miteinander der Religionen eine Lebenskultur des differenzierten Miteinanders zu schaffen. Wir sind dankbar für die normativen Prinzipien des modernen Verfassungsstaates, der für Religionsfreiheit steht. 

Zusammenfassend:
Toleranz (also: etwas ertragen, siehe oben, etwas dulden) hat auch ihre Grenzen. Nicht alles kann erduldet und ertragen werden. Der moderne Verfassungsstaat setzt Grenzen, indem er Religions-Freiheit garantiert. Das ist "modern". Unterdrückung von Religionen ist in unserem Rechtsstaat nicht geduldet, und das sei auch gut so, sagte der Bischof.  [Außer natürlich: Die Pfarrein hat einen muslimischen Ehemann; das geht dann doch wieder zu weit. Trotz des modernen Verfassungsstaates.]
Weiter im Text:

Der Begriff, also die Vokabel „Toleranz“, spielt in den Traditionen des Alten und des Neuen Testaments keine zentrale Rolle, der damit bezeichnete Sachverhalt jedoch schon. Wir entdecken zahlreiche biblische Aussagen zu Geduld und Langmut, zu Barmherzigkeit und Gnade, zu Güte, Menschenfreundlichkeit und Annahme. All dies entfaltet, was Toleranz ist. [...] In der Bibel wird also deutlich unterschieden zwischen der Person selbst – die wird angenommen – und ihrem Verhalten, das nicht toleriert wird, wenn es „Leben und Liebe gefährdet“. 

Anmerkung:
Ok, kann man so tolerieren, sogar akzeptieren, diese Unterscheidung zwischen der Person und ihren Taten, ihrem Verhalten: Gott liebt den Menschen, auch wenn er nicht alle seine Taten liebt.  > Die Eltern lieben ihre Kinder, auch wenn sie nicht alle ihre Schandtaten lieben.
Weiter im Text:

Toleranz hat ihre Grenze dort, wo das Denken und das Handeln von Menschen das Leben und die Würde anderer gefährden und bedrohen. Als Kirche wollen wir eine verlässliche Anwältin sein für ein Leben aller Menschen in Würde und ein Ort des Widerstandes gegen jede Form der Intoleranz.“ So lautet die sechste der zehn Thesen, die die Synode der EKD im November 2005 formuliert hat. [...] Rassistische Parolen haben in der Kirche keinen Platz. Deswegen sind wir antisemitischen Äußerungen gegenüber intolerant. [...] Gewaltaufrufe, welcher Art auch immer, müssen als das demaskiert werden, was sie sind: eine nicht zu duldende Menschenverachtung. Ebenso menschenverachtend ist die Gleichgültigkeit gegenüber der Hungerproblematik auf dieser Welt. [...]
Auch im staatlichen Recht besitzt die Toleranz Grenzen. Sie lassen sich schlagwortartig mit der Devise „Keine Toleranz für Intoleranz“ umschreiben. [...]
Die Grenzen der Toleranz im kirchlichen Recht lassen sich mit der Formel vom „bekenntnisgemäßen Kirchenrecht“ umschreiben, [...] 
Zusammenfassung und Anmerkung:
Der Württembergische Landes-Bischof benennt Grenzen der Toleranz  für staatliches Recht ("Religionsfreiheit"  -siehe oben -  und "Keine Toleranz für Intoleranz"), zudem nennt er einige Beispiele für Grenzen der kirchlichen Toleranz: Rassistische Parolen, antisemitische Äußerungen, Gewaltaufrufe, Gleichgültigkeit gegenüber dem Hunger in der Welt. -
  1. Homophobie benennt er nicht, fällt bei ihm nicht unter die Grenze der Toleranz; kann aber vielleicht noch kommen? -
  2. Und: Nicht-religiöse Menschen werden es als einen Anachronismus und/oder ein Unding ansehen, dass es ein eigenständiges kirchliches Recht gibt, das nicht in allen Punkten dem staatlichen Recht unterliegt. Dieses kirchliche Recht verhinderte z.B., dass in der katholishen Kirche Priester, die unter dem Verdacht der Pädaopholie standen, nicht sofort bei Polizei und Staatsanwaltschaft angezeigt werden mussten und so jahrzehntelang unter dem Teppich des Kirchenrechts versteckt und der Öffentlichkeit verheimlicht werden konnten. Auch das moderne EU-Recht sieht wieder Sonderregeln für Religionsgemeinschaften vor, gerade im Recht auf Diskriminierung.

CSD-Parade Stuttgart, 26. Juli 2014
Weiter im Text: 
Ich habe daran bereits im März des letzten Jahres [2011] auf der Frühjahrssynode erinnert, als es um das Thema Homosexualität und Lebensformen im Pfarrhaus ging. Wir haben hierzu in unserer Landeskirche unterschiedliche Haltungen. Ich habe auf die Worte von Landesbischof Eberhardt Renz hingewiesen, der einen möglichen Umgang damit schon vor einigen Jahren mit folgenden Worten umrissen hat: „ … Aber vielleicht hilft gerade diese Gegensätzlichkeit der Positionen dazu, ein offenes Gespräch zu führen und zu einer Klarheit zu kommen, die sich für uns als Kirche der Reformation letztlich aus dem biblischen Wort ergeben muss.“ Um die angemessene Auslegung des biblischen Wortes ringen wir. [...]
In diesem Zusammenhang möchte ich nochmals die Grundvoraussetzung unserer Toleranz aus Glauben ins Gedächtnis rufen: die feste Glaubensidentität. Darum gehören zur Praxis unserer Toleranz auch unsere Gottesdienste. Stärken sie die Glaubensgewissheit? Auch alle anderen kirchlichen Handlungsfelder befragen wir: Tragen sie dazu bei, dass Menschen sich als geliebte Kinder Gottes verstehen? Dann fördern sie Toleranz. [...]
Anmerkung:
Der Bischof eiert herum, versteckt sich hinter den Worten eines Altbischofs.... "Haben wir unterschiedliche Haltungen", "offene Gespräche führen" .... -
Mein Gott! "Wir" haben vielleicht auch unterschiedliche Meinungen zum Antisemitismus, zur Gewaltfrage, zum Rassismus - und trotzdem hat für den Bischof die Toleranz hier Grenzen, hier sagt er ein klares (billiges?) Wort. - Homophobie wird toleriert.
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Was lehrt uns also unser Bischof über Glaube und Toleranz in einer pluralistischen Gesellschaft?

  • Religionsfreiheit ist gut, aber nicht für Partner/innen evangelischer Pfarrer/innen.
  • Es spricht aus Sicht des württembergischen evangelischen Glaubens nichts dagegen, Homophobie nicht zu tolerieren. Das kann man so und so halten, kann man mal drüber reden....
  • Das deutsche Antidiskriminierungsgesetz (AGG)  interessiert uns als evangelische Christinnen und Christen nicht, es gehört ja zum staatlichen Recht, das muss uns im Glauben und im Kirchenrecht nicht wirklich berühren. 
[Das AGG verbietet Benachteiligungen soweit sie an eines der folgenden personenbezogenen Merkmale anknüpfen: Rasse und ethnische Herkunft, Geschlecht, Religion und Weltanschauung, Behinderung, Alter (jedes Lebensalter) und: sexuelle Identität.]
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p.s.:  
Es geht auch anders
  • In anderen Evangelischen Landeskirchen
  • und innerhalb der Würtembergischen Evangelischen Landes-Synode beim Gesprächskreis (= "Kirchen-Partei") der Offenen Kirche

Zum Anhören (4,5 Minuten)
Jesus rief mit lauter Stimme: "Lazarus, komm heraus!"

Morgenandacht am 28.07.2014
Sendezeit:28. Juli 2014, 06:35 Uhr
Autorin: Sandra Zeidler, Pfarrerin in der Kircheneintrittsstelle in München.
Programm: Deutschlandfunk
Sendung: Morgenandacht

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In jüngerer Zeit gibt es auch Kirchen, die sich akzeptierend gegenüber Homosexualität positionieren. In diesen Kirchen wird Homosexualität nicht pauschal als Sünde gesehen, und teilweise werden sogar gleichgeschlechtliche Ehen oder die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare praktiziert. Zu solchen Kirchen gehören unter anderen die
Organisationen, die in Deutschland spezifisch die Interessen von Homosexuellen in den Kirchen vertreten, sind die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK e. V.), die evangelikale Initiative Zwischenraum und die ehemals mit ihr assoziierte ökumenische Initiative „Christlich-Sicher-Geborgen“ sowie die Initiative Kirche von unten (IKvu).

Samstag, Juli 05, 2014

"Hast du auch GRÜN gewählt?" - "Nein, ich habe noch nie FDP gewählt." Die neue Frage nach Arm und Reich und Sozialer Gerechtigkeit.

Es war einmal, vor vielen Jahren, da stellte ich einem Kollegen in Berlin die Frage:
"Hast du auch grün gewählt?"
Er antwortete:
"Nein, ich habe noch nie FDP gewählt."

Erst dache ich:
Er hat meine Frage nicht verstanden.
Dann dämmerte es mir so langsam, dass ich die Antwort nicht verstanden hatte. ...Es war eine prophetische Antwort, aber auch Ende der 1970er Jahre hätte man die Antwort schon verstehen können. Zumindest bei uns in Baden-Württemberg. Denn:
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Zum Beispiel ...
1984 in Tübingen: Grüne Wälder, Hirsche und Natur.
 "Im September 1979 gehörte Wolf-Dieter Hasenclever zu den Gründungsmitgliedern der baden-württembergischen Grünen und wurde deren erster Landesvorsitzender. Hasenclever war ebenfalls Gründungsmitglied der grünen Bundespartei. 1980 zog er als Abgeordneter des Wahlkreises Tübingen in den Landtag von Baden-Württemberg ein. 1983 trat er vom Fraktionsvorsitz zurück. (Sein Nachfolger als Fraktionsvorsitzender wurde Winfried Kretschmann.) - ...
Nach der verlorenen Oberbürgermeisterwahl 1999 in Tübingen zog er nach Berlin, wo er Partner in einer Unternehmensberatung wurde. Im Jahr 2001 trat er bei den Grünen aus und der FDP bei. Seinen Schritt begründete er mit der mangelnden Reformkraft der Grünen in der Bildungspolitik und der Zusammenarbeit der Berliner Grünen mit der PDS."
[Quelle: wikipedia]

Schon Ende der 1970er Jahre hieß es Tübingen: Hasenclever sei ein grün (=ökologisch) angestrichener FDPler; ökologisch engagiert und ein Feind alles Linken, auch nix mit Basis-Orientierung.... Es hat dann ein paar Jahre gedauert, doch nach und nach kam das öffentliche Coming Out: Im Jahr 2001 trat er bei den Grünen aus und der FDP bei.

1980 stand "sozial" noch auf den Wahlplakaten
Bei der Partei als ganzem hat es dann etwas länger gedauert. Heute sind die Grünen eine liberale Partei im guten Sinne, was die Gesellschaftspolitik betrifft, z.B. die rechtliche Gleichstellung von Schwulen und Lesben. Sie sind eine Wirtschafts-Partei - wenn die Firmen nur ökologisch produzieren (Green Economy, Green New Deal, Stärkung des Wirtschafts-Standorts Deutschland durch Produktion ökologischer Produkte). Das muss ja nicht schlecht sein. Beser als Wirtschaftswachstum durch Waffen-Export. Aber:

Die soziale Frage ging dabei im Lauf der Jahre etwas den Bach runter.

Wahlplakat 1990
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Dazu passt eine Meldung über den fairen Handel die neulich durch die Presse ging, auch wenn sie nicht dirket mit der Partei zu tun hat:

Studie zu afrikanischen Landarbeitern

Fairer Handel, niedrige Löhne

Laut einer Studie sind Löhne in Regionen, die von Fairtrade-Erzeugern dominiert sind, niedriger als in Gebieten mit konventionellen Erzeugern.
Kaffee-Plakat 2010
Die Fairtrade-Organisationen etwa in Deutschland oder Großbritannien werben damit, dass sie mit den höheren Preisen, die die Verbraucher zahlen, bessere Bedingungen für Bauern und Arbeiter in Entwicklungsländern sicherstellten. Deshalb müssten Importeure bei den meisten Produkten einen festgelegten Mindestpreis garantieren. Dazu komme eine Fairtrade-Prämie, die die Produzentenorganisationen in soziale und wirtschaftliche Projekte investierten. [...]
Der Verkauf von Produkten mit dem Fairtrade-Siegel verbessert einer neuen Studie zufolge nicht die Lebensbedingungen der Landarbeiter in Äthiopien und Uganda.

"Wo Fairtrade-Blumen angebaut wurden, und wo Farmergruppen Kaffee sowie Tee auf Fairtrade-Märkten verkauften, waren die Löhne sehr niedrig“, erklärte das durch die britische Regierung finanzierte Autorenteam von der University of London. Diese seien „normalerweise höher in vergleichbaren Gebieten und bei vergleichbaren Arbeitgebern gewesen, die die gleichen Produkte erzeugt haben, aber bei denen es keine Fairtrade-Zertifizierung gab.“ [Quelle
Grüne KonsumentInnen - meist gut verdienend und gut gebildet, wie auch das Klientel der FDP - kaufen fair gehandelte Produkte "ausgesuchter Provenienzen" und zahlen einen fair(er)en Preis. Die grünen Kaffee-Bauern bauen ihren Kaffee ökologisch an, damit schützen sie ihre ArbeiterInnen vor Pestiziden und bekommen mehr Geld für ihren Kaffe -  das ist die gute Seite der Medaille.  - Aber an die fairen Löhne für die LandarbeiterInnen der Kaffee-Bauern wurde nicht gedacht. -
  • Gibt es eigentlich viele LandarbeiterInnen, die grün wählen (würden)? ________________________________________________

Muss man jetzt wieder sozial-demokratisch wählen?


Wahlplakat um 1946
In den 1980er Jahren sahen viel Menschen die SPD so, wie auch viele Menschen sie schon 70 Jahre zuvor eingeschätzt hatten anlässlich der  Kriegskredite. 1914 galt ihnen: Wer hat uns verraten? - Sozialdemokraten!
Wahlplakat 1914






















Quelle: Marc-Uwe Kling 2009
 



Die Partei der GRÜNEN hatte sich gegründet, weil die SPD es Anfang der 1980er mit der Friedensbewegung (Helmut Schmidt) versch.... erzt hatte, die Umweltbewegung vernachlässigt hatte und mit Kanzler Schröder und den Hartz-IV-Gesetzen sich dann auch noch den sozialen Bewegungen und den Gewerkschaften entfremdete.
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Die GRÜNEN punkteten bei ihrer Gründung mit den Schlagworten:
Ökologisch - Basisdemokratisch - Sozial - Gewaltfrei. 

  • Ökologisch: Ist noch da. Green Deal, Veggie-Day ;-)
  • Basisdemokratisch: Nun ja, da war einmal.
  • Sozial: Siehe oben.
  • Gewaltfrei: Hatte sich mit Joschka Fischer im Jugoslawien Krieg erledigt. 

Gabriel Richard-Molard, ein junger Politikwissenschafter und Jurist, schreibt im Juli 2014:
"Die neue Generation der Grünen hat letztendlich auf ihre sozialdemokratische Wurzeln verzichtet und vertritt nun die Ideen eines ökologischen Konservatismus in der freien Marktwirtschaft....
Für uns, die im linken politischen Spektrum angesiedelt sind, sind die Realos oder Reformisten, wie man sie in Frankreich nennt, diejenigen, die durch eine vermutliche Affinität zur freien Marktwirtschaft den Fokus mehr auf die Wettbewerbsfähigkeit als auf das Schließen der Schere zwischen Arm und Reich setzen. Diese Neukonvertierten verwechseln leider zuungunsten des normalen Volkes die Förderung und den Respekt gegenüber der Unternehmerschaft mit der Interessenvertretung für die Reichsten. ...
Die EU-Bürger wollen vor allem eine gerechte Verteilung des Reichtums und der Arbeitsstellen, so die Ergebnisse zahlreicher Sozialbewegungen in Europa und der Welt. ...
Und die entscheidend wichtige Lehre ist, dass die wachsende Umverteilung des Reichtums die Zukunft einer Gesellschaft aufs Spiel setzt und zwangsläufig zu Gewinnen bei den extremen Kräften führt (heute Europa und morgen Deutschland)."
[Der ganze Text in der taz vom 4. Juli 2014]
Da ist viel dran. -
Muss man also wieder SPD wählen? Oder fällt man dann nur wieder auf Partei-Rhetorik rein?("Wer wird uns verraten? - Und warum?")
Der Autor Mathias Greffrath spricht (auch in der taz) hartnäckig von den "drei sozialdemokratischen Parteien". Er meint wohl SPD, LINKE und GRÜNE, wobei es wohl nicht wirklich zutreffend wäre, die Grünen als sozialdemokratisch einzuordnen. Sei`s drum. Er schreibt weiter:
"Parlament und Presse wenden der Zukunft den Rücken zu - wie soll da aus sozialdemokratischer Braunkohle, Schimären vom grünen Wachstum und linker Rechenschwäche ein gemeinsames Projekt entstehen?
Ich bin sicher, die linke Meinungsführerschaft könnte neu gewonnen werden, wenn die drei Sozialdemokratien mit Projekten wie

  • einem hypermodernen, aber dezentralen Energiesystem,
  • einem Umbau der sozialen Sicherungssysteme auf Steuerfinanzierung,
  • einem kommerzfreien Pflegesystem,einer Entföderalisierung
  • und Entbürokratisierung des Bildungswesens
in die Wahlkämpfe ziehen würden." 
Könnte wohl sein ...

Sonntag, Juni 15, 2014

Syrien: West-Kurdistan oder Das Demokratische Experiment Rojava

Quelle: wikipedia
Im Windschatten der weltpolitischen Ereignisse hat sich im Norden Syriens, in West-Kurdistan, ein demokratisches Experiment etabliert: 

West-Kurdistan 
ist auf dieser Karte knallgelb eingezeichnet. Nördlich davon, oben links auf der Karte, liegt das kurdische Siedlungs-Gebiet in der Türkei und östlich davon, oben rechts, schließt das ölreiche Kurdengebiet im Irak an. West-Kurdistan nennt sich Rojawa, sprich "Rodschawa", was einfach "Westen" bedeutet oder "Land im Westen" oder romantischer: "Land, wo die Sonne untergeht".

Da Rojawa am nördlichen Rande Syriens liegt, also im wahrsten Sinne des Wortes "etwas ab vom Schuss", konnte sich dort ein relativ autonomes Gebiet etablieren, in das sich nun auch viele Flüchtlinge aus den anderen Teilen Syriens flüchten. (Auch die Kurden des Irak haben im Norden Iraks ein autonomes Gebiet eingerichtet: Süd-Kurdistan. Die bewaffneten Einheiten dort nennen sich Peschmerga.)


Wikipedia schreibt über Rojawa/West-Kurdistan:
Teile dieses nicht klar abzugrenzenden Gebiets stehen als de facto autonome Gebiete unter kurdischer Kontrolle, diese wurden einseitig von der kurdischen Partiya Yekitîya Demokrat (PYD), der christlichen Suryoye Einheitspartei und weiteren Kleinparteien während des syrischen Bürgerkrieges proklamiert.

Die kurdische Partei der Demokratischen Union (PYD, siehe oben) hat einen militärischen Flügel, die YPG, die 2011/2012 gegründeten Volksverteidigungseinheiten oder People’s Protection Units. -
Nach eigenen Angaben wurden diese Volksverteidigungseinheiten zum Schutz der kurdischen Gebiete vor einem Einschwemmen des Krieges zwischen syrischer Armee und Freier Syrischer Armee (FSA) sowie der Gefahr vor militärischer Interventionen benachbarter Länder gegründet.



Mitte Juni 2014 gab die YPG bekannt:
"Die Volksverteidigungseinheiten Rojavas (YPG) geben bekannt, dass sie bereit sind, erfahrene Einheiten der YPG nach Südkurdistan [das sind die autonomen Kurdengebiete im Nord-Irak] zu schicken, um gemeinsam Südkurdistan gegen die Dschihadisten von Islamischer Staat Irak und Syrien (ISIS) zu verteidigen. ...

Die Terroranschläge von Islamischer Staat Irak und Syrien (ISIS) in den Städten Chanaqin, Celwela und Tuz Khurmatu auf die Gebäude der YNK (Partei der Patriotischen Union Kurdistans) führten zu dutzenden Toten und Verletzten in Südkurdistan. Diese Massaker an der Zivilbevölkerung in der Provinz Mossul sind Angriffe auf die gesamte kurdische Bevölkerung. ...

Wir, die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), bekämpfen die radikalen islamistischen Gruppen seit eineinhalb Jahren. Wir haben immer wieder erklärt, dass von ISIS Pläne geschmiedet werden, die kurdische Bevölkerung zu liquidieren. Im Rahmen unseres Kampfes gegen diese Gruppen haben wir Erfahrung gesammelt, unsere KämpferInnen haben mit ihrem aufopferungsvollen Kampf Geschichte geschrieben."


Siehe auch:
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Quelle

Der nachstehende Aufruf wird getragen von medico international und Civaka Azad - Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e.V. : (Auszug)

Die Kurden sind die größte ethnische Minderheit des Landes Syrien.
Sie nennen den von ihnen bewohnten Teil: Rojava, der kurdische „Westen“. Die Region besitzt eine einzigartige kulturelle und religiöse Vielfalt. Der weitgehende Rückzug der Staatsmacht hat für die 2,5 Millionen Menschen, die diesen Westen bewohnen, das Fenster zur lang ersehnten Autonomie aufgestoßen.

Heute erproben sie das Experiment einer direkten kommunalen Demokratie
und damit auch die Möglichkeit gesellschaftlicher Konfliktlösungen jenseits der alten von Überwachen und Strafen geprägten Kultur der Gewalt. Ihre politischen Organe legen Wert auf einen hohen Anteil von Frauen. Ein neues Gesundheitswesen wird aufgebaut, ebenso eigene Sicherheitskräfte. In den Schulen lernen die Kinder neben Arabisch neuerdings auch Kurdisch – ein absoluter Tabubruch.
Dieses friedenspolitisch wichtige Vorhaben ist bedroht.
Jenseits der Grenze blockiert die Regionalmacht Türkei bewusst die Nothilfe für Kurdistan in Syrien. Auch von der irakisch-kurdischen Seite wird der freie Warenverkehr behindert. Innerhalb Syriens legen radikalreligiöse Milizen aus dem Al-Qaida-Netzwerk einen Belagerungsring um die kurdischen Siedlungsgebiete. Die islamistischen Eiferer verzeihen den Kurden weder ihr Experiment einer demokratischen Selbstverwaltung noch die garantierte Gleichberechtigung der Frau....

Auswirkungen des Krieges haben längst auch Rojava erreicht.
Wichtige Medikamente sind nicht mehr vorhanden. Infektionskrankheiten brechen wieder aus. Es gibt kein Insulin, chronisch Kranke wie Diabetiker, Nierenkranke und Krebspatienten können nicht mehr versorgt werden. Es fehlen Grundnahrungsmittel - wie Zucker, Öl, Reis und Tee - sowie Heizstoffe für Notunterkünfte. ...

Wir treten für den syrischen wie kurdischen Anspruch auf Freiheit und Gleichheit ein.
Das demokratische Experiment in Rojava hat der ethnisch-kulturellen, religiösen und demokratiepolitischen Vielfalt in Syrien neues Leben verliehen. Syrien braucht jetzt Frieden und Demokratie. Rojava in Syrien braucht heute unsere Anerkennung und Solidarität. ...

Der ganze Aufruf und die Liste der Erst-UnterzeichnerInnen:
Quelle
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http://kurdwatch.org

Montag, Mai 26, 2014

Von Bedrohungen, großen Ideen und Religion als Unterbrechung. Verena Kast meets Johann Baptist Metz und Dorothee Sölle.


"Es irritiert mich zunehmend" , schrieb Verena Kast (Jg. 1943) vor Jahren, "wenn in Gesprächen über unsere heutige Lebenssituation nur noch das Bedrohliche genannt wird, wenn die Bedrohungen geradezu angehäuft werden, mit Zahlen untermauert, die angeblich stimmen sollen. Für den Fortgang des Lebens gibt es keine Zahlen, die stimmen."
Bild: Cinetext.
"The Day After Tomorrow"
"Ernst sind offenbar nur die Beiträge, die totale Katastrophen vorwegnehmen und die uns damit zu totalen Opfern erklären", schrieb sie."Diese Gespräche, diese Informationen sind notwendig, sie rütteln auf, - in ihrem destruktiven Sog aber wirken sie nicht aufweckend, aktivieren sie nicht eigene Überlebenskräfte."
 "Das Gegenbild zum Opfer ist der Gestalter. Es wäre kreativer, wieder große Ideen zuzulassen und sie gegen das Mögliche zu halten. Vielleicht wäre das archetypische Bild der Schatzsuche ein Thema, das uns ansprechen kann. In diesem Motiv der Schatzsuche steckt die Hoffnung, etwas ganz Außergewöhnliches zu finden, das dem Leben neuen Sinn und neue Richtung geben kann."

Schatzsuche - Große Ideen - Gestaltung

Das sind die Begriffe, die Verena Kast vorschlägt, wenn nur noch das Bedrohliche genannt wird, wenn die Bedrohungen geradezu angehäuft werden, mit Zahlen untermauert, die angeblich stimmen sollen. Man könnte auch formulieren: Hört auf zu jammern. -

Kommen wir zur Religion, zur Religion als Befreiung.
Der katholische Groß-Theologe Johann Baptist Metz (Jg. 1928) hat Religion so definiert: "Die kürzeste Definition von Religion: Unterbrechung." ( Unterbrechungen. Theologisch-politische Perspektiven und Profile. von Johann Baptist Metz. Mai 1986). Religion unterbricht schon immer eine bestimmte Entwicklung, die nicht akzeptabel ist für die Menschen. "Gott unterbricht Geschichte" (God Interrupts History, New York 2007) nennt der katholische Theologe Lieven Boeve (Jg. 1966) sein Buch in der Nachfolge von Metz.

Ein Beispiel: Der Prophet Jesaja (um 720 v.Chr.) sagte:
Weh denen, die ein Haus an das andere ziehen und einen Acker zum andern bringen, bis daß kein Raum mehr da sei, daß sie allein das Land besitzen! (Jesaja 5,8)
Oder sinngleich der Prophet Micha, ein Zeitgenosse Jesajas:  
Sie reißen Äcker an sich und nehmen Häuser, welche sie gelüstet; also treiben sie Gewalt mit eines jeden Hause und mit eines jeden Erbe. (Micha 2,2)


Wer denkt da nicht an "unsere" Banken, an Immobilienspekulation und  Landgrabbing. Doch die Propheten jammerten nicht, sie klagten an und versuchten den falschen Lauf der Dinge zu unterbrechen. Es muss nicht so bleiben wie es ist. Es muss nicht so weitergehen, wie bisher. "Man" könnte auch anders: 

Maria preist Gott (Der Lobgesang Marias: Magnificat) Lukas 1, 46 ff
Maria aber sprach:
»Mein Herz preist den Herrn, alles in mir jubelt vor Freude
über Gott, meinen Retter!
Ich bin nur seine geringste Dienerin, und doch hat er sich mir zugewandt.

Jetzt werden die Menschen mich glücklich preisen
in allen kommenden Generationen;
denn Gott hat Großes an mir getan, er, der mächtig und heilig ist.
Sein Erbarmen hört niemals auf;

er schenkt es allen, die ihn ehren, von einer Generation zur andern.
Jetzt hebt er seinen gewaltigen Arm und fegt die Stolzen weg samt ihren Plänen.
Jetzt stürzt er die Mächtigen vom Thron und richtet die Unterdrückten auf.
Den Hungernden gibt er reichlich zu essen und schickt die Reichen mit leeren Händen fort.
Wie er es unsern Vorfahren versprochen hatte, Abraham und seinen Nachkommen
für alle Zeiten.«

Eine "große Idee", oder?
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Ein anderes Wort für "Große Idee" ist vielleicht auch "Vision".
Die evangelisch Theologie Dorothee Sölle (1929-2003) schreibt:

»Der Begriff Vision war mir aus dem deutschen Sprachgebrauch eher fremd; als mich in USA jemand fragte, was denn meine Vision sei, geriet ich ins Stottern. Langsam lernte ich, dass dieses Wort in Nordamerika zum großen Erbe der Befreiungsgeschichte gehört.
"Ein Volk ohne Vision geht zugrunde" heißt es in der Bibel. (Sprüche Salomos 29,18)

Sheila erzählt mir dass sie
ostersonntag mal wieder zur kirche ging
sie wollte wissen denk ich mir
ob wir gründe haben
an die auferstehung zu glauben
aus dem tod in dem wir jetzt sind


Ihre methode war einfach
sie las keinen alten text vor
sie passte nicht sonderlich auf
sie fragte die teilnehmer einfach
wie denn die andere welt aussehen soll


Das schlimme sagt Sheila war nicht das lange schweigen
man hat den Leuten das reden so lange verboten
das schreckliche war was dann kam
an liebe und solchem gerede
da war keine vision sagt sheila
sie hatten nichts konkretes zu wünschen 


Meinst du nicht werfe ich ein
dass es nur ein sprachproblem war
aber das ist es doch sagt sie bestürzt
ohne vision das volk gottes ohne sprache
Und wenn mich etwas tröstet
in diesem gespräch nach ostern
und vor der ausgießung des geistes
dann war es die trauer in sheilas stimme
und der schmerz in ihren augen


• Aus: D. Sölle, Spiel doch von brot und rosen. gedichte, Berlin 1981

Vielleicht sollte ich in diesem Zusammenhang die größte Vision, die ich kenne und ohne die mir jede andere zu klein wäre, nennen: Jesus hat sie "Reich Gottes" genannt. «

(Dorothee Sölle im angegeben Buch, Kapitel 1)
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