Montag, Mai 18, 2020

Nicht nur Spinner, Paranoiker, Hysteriker und Dummköpfe. Corona-Demos

Ohne das Wort "Arsch" und sonstige Fäkalien-Sprache geht es bei einigen Leuten offenbar nicht mehr. Auf beiden gegnerischen Seiten. Bei den sogenannten "linken" Medien nicht und auch nicht bei den sog. "rechten":

Kann man? --- Quelle
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A) 
"Am Arsch lecken"
Ken Jebsen, (ist der nun links oder rechts? Oder rinks oder lechts? Auf jeden Fall ein Verkünder von Verschwörungs-Mythen...). - Ken Jebsen also möchte, dass man nun jeden Abend um 20 Uhr, wenn die ARD-Tagesschau beginnt, auf den Balkon tritt und laut in die Welt hinaus ruft: "Ihr könnt mich am Arsch lecken!" (Wer genau soll ihm eigentlich den Arsch lecken, also: Wer ist "Ihr"?) 


„Ich lass mir das nicht länger gefallen!“ – Meditation als Agitation
Ab sofort treffen wir uns täglich um 20:00 Uhr, pünktlich zur Tagesschau, auf dem Balkon oder am offenen Fenster und rufen gemeinsam:
„Ihr könnt mich alle am Arsch lecken!“
„Ich lass‘ mir das nicht länger gefallen!“
„Mein Körper gehört mir!“
Macht Krach! Schaltet auch gern die Pipi-Langstrumpf-Musik an und leistet friedlich und meditierend Widerstand!
[Quelle: Kenfm 17. Mai 2020]


Quelle. (Ca. 45 Minuten)
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B)
"Lasst euch nicht verarschen"
Die "linke" KONTEXT:Wochenzeitung  meint zu Ken&Co: (Ausgabe 476):

Lasst euch nicht verarschen
Von unserer Redaktion. Datum: 13.05.2020 
Stuttgart ist wieder mal die Hauptstadt des Protests. Nirgendwo in Deutschland kamen bisher mehr Menschen zusammen, um während der Pandemie zu demonstrieren. Für die Freiheit und Demokratie, die sie meinen. 10.000 sollen es gewesen sein, darunter viele, die wegen Ken Jebsen herbeigeeilt sein dürften. Der Kopf hinter dem Portal "KenFM", hunderttausendfach frequentiert, ist ein neuer Messias einer neuen Bewegung, die zu schreien beginnt, wenn nur der Name Merkel fällt. Zum Beispiel, wenn Jebsen sagt, das "Merkel-Regime" lege große Teile der Grundrechte "willkürlich und dauerhaft auf Eis".
Der Mann wettert gegen die deutsche Beteiligung an Drohnenkriegen, gegen Bankenrettungen, bei denen unser hart verdientes Geld an "skrupellose Zocker durchgereicht" wurde, gegen den Kotau der Regierung vor der Nato bei den Rüstungsausgaben. Alles wichtige Themen. Doch beim Kampf gegen das Große arbeitet Jebsen auch mal mit fehlerhaften Zahlen oder fragwürdigen Darstellungen, die er wohl als kleine Unschärfe betrachten würde. [..] Da darf man auch bei der Gefolgschaft nicht wählerisch sein. Und sich nicht daran stören, wenn im Publikum auch Faschisten stehen und mehrere Redner aus dem AfD-Umfeld stammen.[...] Der frühere RBB-Moderator redet hinter der Bühne unter einer Decke. Er werde bedroht, lässt er später verlauten. Von was und wem, fragt man sich? Antifa oder Militärischer Abschirmdienst? Gut inszeniert ist es allemal. Als Marketing in eigener Sache, weil es die Angst so trefflich schürt, die Jebsen seinen ZuhörerInnen seit vielen Jahren einimpft.[...]

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Eine "Querfront sozusagen. 
Eine Querfront in der Sprache und gegenseitigen Respektlosigkeit. Es wird gepöbelt, gerüpelt, beleidigt, nicht zugehört, gegiftet...

Als Querfront im weiteren Sinn bezeichnet man die Zusammenarbeit oder Vermischung linker und rechter Positionen, um die Zustimmung zu anti-emanzipatorischen Positionen zu vergrößern und Lager-übergreifende Aktionsbündnisse „quer“ zu bestehenden links- und rechtsgerichteten politischen Standpunkten herzustellen. Dies versuchten Teile des deutschen Neonazismus wie auch linksgerichtete Gruppen und Parteien mit nationalistischen Tendenzen" [... Wikipedia a.a.O.]
Okay, es sind Minderheiten an den beiden Enden der Kurve der Gaußschen Normal-Verteilung. Die berühmten 80% (?) machen da nicht mit. Aber sie sind laut. Und die kommerzialisierte Presse freut sich, wenn es irgendwo laut ist, das bringt Auflage, Schlagzeilen, ... .

Eine "Normal"-Verteilung kann sich verschieben.
Wenn die Verhältnisse nicht "normal" sind. - Wohin?
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Am Samstag, 16. Mai 2020, demonstrierten in Stuttgart-Bad Cannstatt auf "dem Cannstatter Wasen" erneut Tausende (nicht nur) gegen Corona-Beschränkungen:

C)
"Vereint in der Wut auf die Obrigkeit"
  • und in der Ablehnung der Corona-Einschränkungen.
  • Viele Deutschlandflaggen, aber auch Friedensflaggen sind in der Menge zu sehen.
  • Vereinzelt sind Rufe wie „Volksverdummung“ und
  • „Lügenpresse“ aus der Menge zu hören.
  • „Corona ist Fake“ steht auf einem Plakat,
  • „Gib Gates keine Chance“ auf zahlreichen weiteren.
  • Viele tragen Plakate mit Grundgesetz-Artikeln vor sich her,
  • einer protestiert mit seinem Shirt gegen den „Rundfunkzwangsbeitrag“. [...]
  • Nur vereinzelt tragen Teilnehmer Mund-Nasen-Schutz, der ist aber auf dem Gelände auch nicht vorgeschrieben.
  • Maskenpflicht sei moderne Sklaverei, ist auf einem Pappschild zu lesen.
[Quelle


Am gleichen Tag berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa) - aus der Tübinger "Insel der Seligen": Der Tübinger Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen warnt 
davor, die Protestierenden in der Corona-Krise pauschal auszugrenzen, sie als „Spinner“, „Paranoiker“ und „Hysteriker“ abzutun. Dies trage nur zur Verhärtung der Fronten bei. - Selbstverständlich gebe es Antisemiten und Rechtsradikale, von denen man sich klar abgrenzen müsse. Hier dürfe es keine falsche Toleranz geben. Aber die Vielschichtigkeit der Proteste enthalte eigentlich einen „Aufruf zum differenzierten Diskurs“. Man müsse die Extremisten scharf kritisieren, dürfe die Zweifelnden, Suchenden und Andersdenkenden jedoch nicht diffamieren. -
Pörksen verwendet in diesem Zusammenhang den Begriff der „respektvollen Konfrontation“. Damit meine er: „Sich nicht opportunistisch wegducken, klare Kante zeigen, sagen, was zu sagen ist. Aber eben auch nicht in die Abwertungsspirale einsteigen.“

Ja, okay, die respektvolle Konfrontation wird in Tübingen gepflegt, auch in der Tübinger Presse, und es wäre schön, es wäre überall so und würde noch lange so bleiben. -
Doch auf dem Cannstatter Wasen, selbst im Landtag von Thüringen und Stuttgart, sieht das manchmal schon anders aus. "Erst kommt das Fressen - dann die Moral". Das Blatt kann sich auch wenden, Menschen können zu Hyänen werden, auch gepflegte BildungbürgerInnen und ProfessorInnen; aus Sozialisten können Faschisten werden (vgl. Mussolini), der von ganz links ("Revolutionärer Sozialist") nach ganz rechts marschierte (im wahrsten Sinne des Wortes). ---
  • Kann passieren, muss aber nicht.
Geschichte wiederholt sich nicht automatisch und nicht in derselben Weise. Sagt man.  Doch wer aus der Geschichte nicht lernt, kann gezwungen sein, sie doch auf irgend eine Weise zu wiederholen. Sagt "man".
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Die ("linke") Online-KONTEXT:Wochenzeitung-Redaktion macht es sich hier zu einfach. Statt sich inhaltlich mit den Menschen auf dem Wasen und deren Ansichten zu beschäftigen ( es sind ja nicht nur Spinner, Hysteriker, Psychopathen, Neonazis und Dumpfbacken auf dem Platz - (gibt es dazu eigentlich schon empirische Untersuchungen über die Verteilung?)

Kontext:
"Wenn im Publikum auch Faschisten stehen und mehrere Redner aus dem AfD-Umfeld stammen [...]
"
  • Ja, was ist denn dann? Das ist doch kein Argument!?
Kontext:
Wenn Jebsen sagt, das "Merkel-Regime" lege große Teile der Grundrechte "willkürlich und dauerhaft auf Eis". Der Mann wettert gegen die deutsche Beteiligung an Drohnenkriegen, gegen Bankenrettungen, bei denen unser hart verdientes Geld an "skrupellose Zocker durchgereicht" wurde, gegen den Kotau der Regierung vor der Nato bei den Rüstungsausgaben. Alles wichtige Themen. Doch [...]


Das Wörtchen "Doch" hebt die Sätze auf, die die Redaktion vorher geschrieben hat. Und genau das ist das Problem:
Was Jebsen aufgreift, legt die Finger in Wunden. Diese Themen und Wunden sind wichtig - und nicht, dass auch(!) Faschisten, Spinner usw. auf dem Platz stehen. Die Tausende, die sich dort versammelt haben, sind nur das Symptom dafür, dass in der Tat manche Dinge faul sind - nicht nur im sprichwörtlichen Staate Dänemark - sondern auch in unserem eigenen; und wenn sie anderswo auch fauler sind oder wären, so ist das eine Ausrede und keine Ent-Schuldigung):
Die genannte deutsche Beteiligung am Drohnenkrieg (die zunehmende Wieder-Militarisierung) / die Bankenkrise und die Bankenrettung/ die NATO-Mitgliedschaft/ die Einschränkung der Freiheitsrechte, (widerrechtlich ohne Beteiligung der Parlamente), Impfplichten und Geschäfte mit der Gesundheit ... - das alles sind sehr diskutierbare und bewegende Themen. (Dazu kommen die Themen, die gerade unter den Tisch fallen, wie prekäre Beschäftigungen, Erderwärmung, Europa etc.)

Wenn eine Regierung, ein Parlament, auf diese Fragen gute Antworten findet, dann werden Hass und Häme und Respektlosigkeit keine Nahrung mehr finden.
Also, liebe liberalen und linken Medien und Politiker*innen und Intellektuelle. Statt im Empör-Modus zu bleiben, statt sich in der Sprache in die gleichen Niederungen zu begeben: Findet auf die existenziellen Fragen der Gesellschaft, der Demokratie, des Globus ... bitte Antworten. Dafür werdet ihr bezahlt mit Steuergeldern, mit Abo-Geldern, mit Rundfunkgebühren, mit Abgeordneten-Diäten ...

Wo ist die Vision von einer funktionierenden und demokratischen und sozialen und gerechten Gesellschaft, die die Massen ergreift statt sie aufeinander zu hetzen? - "...allein auch die Theorie wird zur materiellen Gewalt, sobald sie die Massen ergreift." - Es fragt sich nur, welche Theorie die Massen ergreift, ergreifen wird.
  • Ein Volk ohne positive Vision geht zugrunde.
Siehe auch:
p.s.:
Vielleicht steht hier ja was... (7,50€):

Mittwoch, April 29, 2020

Die letzten Tage der Menschheit. --- Corona, Wuhan, Tübingen und ein kleiner Scherz der Welt-Geschichte.

"Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
Aber nach vielen Jahrmillionen war der Mensch endlich klug genug.
Er sprach: Ich nehme meine Zukunft selbst in die Hand.
Er nahm sie, und es begannen die letzten sieben Tage der Erde.

Am Morgen des ersten Tages...
Am zweiten Tage...
Am dritten Tage...

Am vierten Tage
gingen drei von vier Milliarden Menschen zugrunde. Die einen an den Krankheiten, die der Mensch gezüchtet hatte, denn einer hatte vergessen, die Behälter zu schließen, die für den nächsten Krieg bereitstanden.
Und ihre Medikamente halfen nichts. Die hatten zu lange schon wirken müssen in Hautcremes und Schweinelendchen.
Die anderen starben am Hunger, weil etliche von ihnen den Schlüssel zu den Getreidesilos versteckt hatten.

Am fünften Tage...

Am sechsten Tage
ging das Licht aus. Staub und Asche verhüllten die Sonne, den Mond und die Sterne.
Und die letzte Küchenschabe, die in einem Raketenbunker überlebt hatte, ging zugrunde an der übermäßigen Wärme, die ihr gar nicht gut bekam.

Am siebten Tage
war Ruhe. Endlich. Die Erde war wüst und leer, und es war finster über den Rissen und Spalten, die in der trockenen Erdrinde aufgesprungen waren.
Und der Geist des Menschen irrlichterte als Totengespenst über dem Chaos. Tief unten in der Hölle aber erzählte man sich die spannende Geschichte von dem Menschen, der seine Zukunft in die Hand nahm, und das Gelächter dröhnte hinauf bis zu den Chören der Engel.


(Der ganze Text. - Den Text schrieb der damals populäre Pfarrer Jörg Zink 1970 - ursprünglich für eine Anti-Atom-Demonstration in Stuttgart. Das Evangelische Hilfwerk „Brot für die Welt“ verwendete 1973 den Text – zusammen mit sieben Graphiken des Metzinger Künstlers Heinz Giebeler (1927 – 2004) – als Plakat für eine Aktion „Einfacher leben – einfacher überleben – Leben entdecken“.

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Gerne spricht manch eine/r von den Laboren und Instituten in China,
aus denen das Covid-19-Virus SARS-CoV-2 entwichen sein könnte. Aus Versehen, durch Unachtsamkeit, durch ein Unglück... . -
"Das Institut geriet in den Fokus der Öffentlichkeit, als verbreitet wurde, das Coronavirus SARS-CoV-2 sei im Zuge eines angeblichen chinesischen Biowaffenforschungsprogramms entwickelt worden. [...]"[Wikipedia]


Wir in Deutschland 
  • haben übrigens auch so ein Labor. 
  • Wir hatten sogar eine Zeit lang mal zwei davon.  
 Das 2. der Labore wurde nach nach dem 2. Weltkrieg (um 1952) in Tübingen gegründet und hieß "Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere".

Chef wurde damals der Veterinär-Mediziner Traub, der nach dem 2. Weltkrieg bis Anfang der 1950er Jahre an einem US-amerikanischen Programm für Bio-Waffen gearbeitet hatte - in der Nähe von New York auf einer Insel in einem "Forschungszentrum für Tierseuchen". Dort  sollen ihn die Mitarbeiter „the Nazi Scientist“ genannt haben. --- Warum?
Traub war in der Nazi-Zeit, ab ca. 1942, Laborleiter in dem deutschen Mutter-Labor für Virus-Forschung, der „Reichsforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere“ auf der Insel Riems, in der Ostsee zwischen Greifswald und Stralsund gelegen. ("Die gefährlichste Insel Deutschlands")

Dieses Labor war vor dem Ersten Weltkrieg, im Jahre 1910, vom Virologie-Pionier Friedrich Löffler auf der Insel Riems eingerichtet worden. (Löffler verließ es, als er 1913 zum Leiter des Robert-Koch-Instituts nach Berlin berufen wurde.) - Das Labor auf Riems wurde dann später, im "Dritten Reich", direkt dem Reichsführer SS Heinrich Himmler unterstellt. Schon dort soll Traub Viren als biologischem Kampfmittel geforscht haben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland geteilt, dadurch hatte der Westen Deutschlands, die Bundesrepublik, plötzlich kein Institut für Virusforschung mehr, denn die Insel Riems befand sich nun auf dem Gebiet der DDR - in russischer Feindeshand sozusagen.
Deshalb wurde dann in Tübingen, der Insel der Seligen,  1952 das o.g. Parallel-Institut gegründet, so wie auch in West-Berlin ein Parallel-Zoo und eine Parallel-Uni zu Ost-Berlin gegründet wurden.

Tübingen, die neue Insel Riems.
Und wieder war Erich Traub dabei. Also der Erich Traub, der vor dem 2. Weltkrieg auf der Insel Reims und nach dem 2. Weltkrieg in den USA auf der Insel Plum bei New York an Biowaffen geforscht hatte. ... (geforscht haben sollte?)

Ziemlich genau 20 Jahre nach der Gründung des Parallel-Labors,  der "Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere" in Tübingen,
wurde gegenüber auf der anderen Straßenseite eine nagelneue Schule gebaut, (eine von insgesamt sieben Gesamtschulen in Baden-Württemberg). Die Schule existiert noch heute, steht aber zur Zeit wegen des  SARS-CoV-2-Virus leer: Ein kleiner Scherz, den sich die Welt-Geschichte erlaubt hat.
Vor Corona wurden dort ca. 1500 SchülerInnen von 150 Lehrkräften unterrichtet.

Quelle: Webseite der Schule
Herr Traub starb 1985. Er ist auf dem Bad Cannstatter Uff-Kirchhof begraben.

Irgendwann Mitte der 1990er [siehe dazu] , also nach ca. 20 Jahren und 2,5 SchülerInnen-Generationen Seite an Seite mit der Schule, wurde die Anstalt für Virusforschung in Tübingen dann geschlossen und mit dem Mutter-Institut auf der Insel Riems (seit 1910) fusioniert, das heute wieder unter dem ursprünglichen Namen firmiert: Friedrich-Löffler-Institut.
Dort werden Tierversuche zum Coronavirus vorgenommen - an Nutztieren wie Schweinen und Hühnern sowie an Frettchen und Nilflughunden, wie der heutige Leiter im Interview für den Nachrichtensender ntv sagte.

  • Und wir hoffen, dass dort niemand vergisst, die Behälter mit Viren zu verschließen, die dort hoffentlich nicht für den nächsten Krieg bereit stehen (siehe oben "Am vierten Tage").


Quelle: Google-Maps. Markiert: Insel Riems.
Östlich davon auf gleicher Höhe: Insel Usedom mit Peenemünde,
dem Wirkungsort von Wernher von Braun im 2. Weltkrieg.

Samstag, April 25, 2020

Corona, Covid-19: Kontaktsperre?, häusliche Quarantäne, Versammlungsverbot ...

Eigentlich wäre ja nun die Zeit gekommen,
sich mal in ein Café-Haus zu setzen und die Weltlage zu besprechen. Ganz ohne Zoom, Teams und Co. 
Denn es ist alles so spannend. Und/oder so schrecklich?

  1. Woher kommt der Corona-Virus?
  2. Welche Verschwörung-Theorie ist die beste?
  3. Wer war der Patient oder die Patientin Zero: Der erste Mensch (mit dem Sars2-Corona-Virus?
  4. Sind Nase-Mund-Masken "lächerlich" und nicht hilfreich (wie der "Weltärztepräsident" Frank-Ulrich Montgomery meint)
    oder doch (wie  es Dr.med. Karl Lauterbach meint - Studium der Gesundheitsökonomie (Health Policy and Management) und Epidemiologie an der Harvard School of Public Health der Harvard University mit Abschluss als Scientiae Magister (SM) -
    und wenn ja warum und für wen? 
  5. Ist die Maske nur ein Placebo zur Beruhigung der Bevölkerung und/oder "eine bezarre Form der Beschäftigungs-Therapie?
  6. Haben Merkel und/oder die MinisterpräsidentInnen versagt?
  7. Haben "wir" die Chance verpasst, dass Deutschland "das Südkrorea Eurropas" wird, weil die Möbelbranche in NRW über den langen Lock-Down/Shut-Down gemeckert hat?
  8. Wie lange wird der Ausnahmezustand dauern?
  9. Wie wir das Leben danach aussehen?
  10. Sollen die Alten zuhause bleiben und für jeden Ausgang um Erlaubnis bitten? Um sich zu schützen? Oder weil sie den Jungen das Intensiv-Bett wegnehmen? Oder weil die Alten zuerst verbraucht werden müssen? siehe: Alte wehren sich.
  11. Ist die Pandemie gar nicht so schlimm, wie "man" und glauben machen möchte?
  
Wir diskutieren das bei Brot und Wein.
Was könnte schöner sein?
Leonardo da Vinci, Ende 15. Jahrhundert. (Damals wirklich ohne Damen?)

Doch das ist ja nun - seit dem 23. März 2020 - erst einmal (!?) verboten.
Die Cafés sind geschlossen, mehr als zwei Leute dürfen sich in der Öffentlichkeit nicht blicken lassen, außer sie sind blutsverwandt.
Kein "letztes Abendmahl" - weder mit noch ohne Jesus.
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Die Quarantäne
ist eine zum Schutz der Gesellschaft vor ansteckenden Krankheiten(in diesem Fall Covid-19, "Corona") befristete, behördlich angeordnete Isolierung von Menschen, Tieren oder Pflanzen, die verdächtig sind, an bestimmten Infektionskrankheiten erkrankt oder Überträger dieser Krankheiten zu sein. [Wikipedia].


Meme aus den Sozialen Netzwerken
Quelle unbekannt

»Eine Kontaktsperre
ist im deutschen Recht die Unterbrechung jedweder Verbindung eines Straf- oder Untersuchungsgefangenen mit anderen Gefangenen und der Außenwelt.
Hiervon unterscheidet sich das zivilrechtliche Kontaktverbot, das den Kontakt zu dem Opfer betrifft. Hiervon abzugrenzen ist auch eine Einschränkung von physischen Kontakten im Sinne des Infektionsschutzes („Kontaktverbot“, Räumliche Distanzierung).« [Wikipedia]
Also: Keine Kontaktsperre. Sondern nur: "Kontaktverbot". - Rein juristisch gesehen. ...

»Das Versammlungsverbot
bezeichnet jegliche gerichtliche oder polizeiliche Maßnahme, die die Untersagung einer Versammlung unter freiem Himmel zum Ziel hat.
Ein Versammlungsverbot stellt in Deutschland einen Eingriff in Art. 8 Abs. 1 Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland dar und bedarf der verfassungsrechtlichen Rechtfertigung. Der Einschränkung der Versammlungsfreiheit wiederum unterliegen Beschränkungen [...].
  • So kann gemäß § 5 Versammlungsgesetz eine Versammlung unter anderem nur im konkreten Einzelfall verboten werden, eine allgemeine Einschränkung (z. B. per Bundesgesetz) ist unzulässig. [...]

Gemäß § 15 Abs. 1 Versammlungsgesetz kann eine Versammlung auch bei drohenden Gefahren für die öffentliche Sicherheit oder öffentliche Ordnung verboten werden. Hierbei ist nahezu allgemein anerkannt, dass das Grundrecht nach Art. 8 Abs. 1 GG nicht allein wegen eines Verstoßes gegen die öffentliche Ordnung eingeschränkt werden darf, da ansonsten allzu leicht die Verbreitung missliebiger Ansichten verhindert werden könnte. Auch wenn die Mehrheit der Bevölkerung beispielsweise nicht mit rechtsextremen Ansichten übereinstimmt, ist die freie Meinungsäußerung im Rahmen der Verfassung gewährleistet. [...]« -  [Wikipedia]

QuelleLiteraten, Intellektuelle - dazumals immer noch ohne Damen.
"Täglich saßen wir dort stundenlang, und nichts entging uns."
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Peter Grottian
ist Hochschullehrer für Politikwissenschaft an der FU Berlin.

Wir als Gesellschaft sind im Ausnahmezustand, in einer Schockstarre.
Bild-Quelle
Die kritischen Reflexe von Oppositionsparteien, Gewerkschaften, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Medien sind in der Stunde der Exekutive in der Defensive. Im Ausnahmezustand ist man still und abwartend. Aber es geht an folgenden Einsichten nicht vorbei:

  • Demokratien haben Ausnahmezustände fast immer zur Beschränkung von Grund- und Menschenrechten genutzt.
Die Otto-Schily-Sicherheitskataloge sind bis heute nur teilweise zurückgenommen.
Wer Söder und Kretschmann in ihrem wohligen Herrschaftsbad wahrgenommen hat, ahnt, was kommen mag. Das können wir aus menschenrechtlicher und grundgesetzlicher Sicht nicht mehr tolerieren.
[...]
Die Oppositionsparteien schweigen in Schockstarre, die Gewerkschaften säuseln kritische Untertöne, und die Kirchen sowie die Zivilgesellschaft sind fast völlig stumm. 
[...]
Die Herrschenden könnten sich täuschen, wie schnell eine grundsätzliche Unterstützung verspielt werden kann. Deshalb plädiere ich für Demo-Anmeldungen mit Abstandsgebot, die der Politik das Fürchten der mündigen Bürger lehren könnten. Grenzenlose Hinnahmebereitschaft ist auch im Ausnahmezustand keine Option. Es gibt auch den aufrechten Gang trotz Schockstarre! 22.4.2020


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Karl Lauterbach:



Wie lange wird der Ausnahmezustand dauern?
"Ich rechne damit, dass uns das Virus noch das ganze nächste Jahr maßgeblich beeinflussen wird. Ich kenne keinen ernst zu nehmenden Virologen, der sagt, dass wir über einen zuverlässigen Impfstoff noch in diesem Jahr verfügen werden. Ich bin geneigt, den Epidemiologen aus Harvard zu folgen, die prognostizieren, dass das Virus noch bis 2022 unser Leben bestimmen wird." [Quelle]
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Siehe auch: