Mittwoch, Juli 03, 2013

Papst Franziskus` erste Probe



Siehe auch:
"Franziskus" - Hybris, Versprechen oder Nebelkerze?" - 
 

„Wir werden sofort sehen, was der neue Papst will“
sagte Flores d`Arcais

  1. "Einer, der sich Franziskus nennt, müsste zum Beispiel die Vatikanbank IOR auflösen oder sie ihrem ursprünglichen Auftrag wieder zuführen. IOR, das heißt ja „Institut für religiöse Werke“ (Istituto per le Opere di Religione). Doch das IOR ist zu einem Finanzinstrument nicht bloß der weltlichen Macht der Kirche geworden, sondern zu einem Instrument, in dem ganz selbstverständlich schmutziges Geld floss, mit dem Korruptionsaktivitäten zwischen Politik und Unternehmen verdeckt abgewickelt wurden, in dem sogar Gelder des organisierten Verbrechens recycelt wurden. [...] 
  2. Ein weiterer Prüfstein für eine echte Erneuerung wird sein, ob der Papst bereit ist, den enormen Einfluss von Organisationen wie Comunione e liberazione oder dem Opus Dei, die sich zu auch ökonomisch höchst mächtigen wahren Kirchen in der Kirche entwickelt haben, zurückzudrängen. Sowohl unter Wojtyla als auch unter Ratzinger wurden diese Organisationen nach Kräften privilegiert, nicht umsonst wurden ihre Gründer beide heiliggesprochen. Ein weiteres Thema, dem sich der Papst wird stellen müssen, ist der Umgang mit den Pädophilieskandalen. [...] " 

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  • Die erste Aufgabe scheint Papst Franziskus nun in der Tat anzugehen:

Ende Juni 2013:

Die italienische Polizei hat den vatikanischen Geistlichen Monsignor Nunzio Scarano wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an einem millionenschweren geplanten Geldtransfer festgenommen. Dem kürzlich suspendierten Funktionär der durch Geldwäscheskandale angeschlagenen Vatikanbank wird vorgeworfen, den heimlichen Transfer von 20 Millionen Euro in einem Regierungsflugzeug aus der Schweiz nach Italien geplant zu haben, wie Scaranos Anwalt Silverio Sica am Freitag mitteilte. Der Plan wurde letztlich nie in die Tat umgesetzt. [...]
Papst-Sprecher Federico Lombardi sagte diese Woche, der Vatikan werde im Fall Scarano angemessene Maßnahmen ergreifen. Papst Franziskus hatte am Mittwoch eine Kommission mit der Untersuchung der Aktivitäten der angeschlagenen Vatikanbank beauftragt.

 
Anfang Juli 2013:
Der Direktor des Geldinstituts, Paolo Cipriani, hat am Montag sein Amt niedergelegt. 
Wie der Vatikan mitteilte, reichte auch dessen Stellvertreter Massimo Tulli seinen Rücktritt ein. Für den Vatikan kommen die Abgänge zur Unzeit: Erst vergangene Woche hatte die italienische Polizei einen kürzlich suspendierten Funkionär der Vatikanbank, den Geistlichen Monsignor Nunzio Scarano, wegen Korruptionsverdacht festgenommen.

Die Rücktrittsentscheidung Ciprianis und Tullis sei „im besten Interesse für das Kreditinstitut und den Heiligen Stuhl“ gefallen, erklärte der Vatikan weiter. Vatikanbank-Präsident Ernst von Freyberg dankte den beiden für ihre jahrelange Arbeit. [...]
Ernst Conrad Rudolf von Freyberg-Eisenberg-Allmendingen (* 26. Oktober 1958 in Genf) ist ein deutscher Manager. Seit dem 15. Februar 2013 ist er kommissarischer Leiter der Vatikanbank. Freybergs Vorgänger Ettore Gotti Tedeschi war vor einem Jahr wegen Inkompetenz des Amtes enthoben worden. Ende Mai war der Chef der Vatikanbank Institut für religiöse Werke, Ettore Gotti Tedeschi, entlassen worden.
Hintergrund war offenbar ein interner Streit um die richtige Art der Führung des wegen Geldwäschevorwürfen in der Kritik stehenden Instituts. Gotti Tedeschi soll dabei eine Ausrichtung der Vatikanbank an internationale Standards vorangetrieben haben, wogegen ein Teil des Vatikans und Vatikanstaatssekretär Tarcisio Bertone die Souveränität der IOR erhalten wollten.

Der Vorstand der Vatikanbank hat den Angaben zufolge mit der Suche nach einem Nachfolger für Cipriani und Tulli begonnen.
Freskos von Giotto in der Oberkirche von San Francesco in Assisi:
Franziskus hat sich vor Vater und Bischof auf dem Marktplatz von Assisi
seiner reichen Kleider entledigt.
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Siehe auch:

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