In Spanien verarmen wegen der Krise immer mehr Familien mit Kindern. Besonders betroffen ist Andalusien mit 37 Prozent Arbeitslosigkeit Dort leben 6% der Kinder in extremer Armut. Die Region hat nun beschlossen, mittellosen Kindern drei Mahlzeiten auszugeben, damit sie nicht hungern müssen. (Reportage aus Sevilla im arte journal)
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Papst Franziskus , 16. Mai 2013 (Auszüge) :
Franziskus von Assisi wurde 1181/1182 in Assisi (Italien) geboren. Er starb am 3. Oktober 1226 in der Portiuncula-Kapelle unterhalb von Assisi. |
» [...] Angst und Verzweiflung bemächtigen sich der Herzen vieler Menschen, auch in den sogenannten reichen Ländern; [...] die Armut greift immer mehr um sich. Die Menschen müssen kämpfen, um leben zu können, und häufig nur, um unwürdig leben zu können.
Eine der Ursachen für diese Situation liegt meiner Meinung nach in unserer Beziehung zum Geld, in unserer Akzeptanz eines Geld-Imperiums und seiner Macht über uns und unsere Gesellschaften. Auf diese Weise bringt uns die Finanzkrise, die wir erleben, dazu, zu vergessen, woher sie kommt. [...]
Wir haben neue Götzen geschaffen.
Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise scheint diese Deformation offenkundig zu machen. Ausschlaggebend dafür ist aber vor allem, dass eine anthropologische Orientierung fehlt, weil der Mensch auf ein einziges Bedürfnis reduziert wird, nämlich auf den Konsum. Schlimmer noch, die Menschen selbst werden heute als Konsumgüter betrachtet, die genutzt und weggeworfen werden können. Wir haben eine Wegwerf-Kultur begonnen. [...]
In diesem Zusammenhang wird die Solidarität, der Schatz der Armen, oft kontraproduktiv und gegensätzlich zur Logik der Finanzen und der Wirtschaft angesehen.
Während das Einkommen einer Minderheit exponentiell zunimmt, muss die Mehrheit mit immer weniger auskommen. Dieses Ungleichgewicht resultiert aus Ideologien, die die absolute Autonomie der Märkte und Finanz-Spekulationen hochhalten, und auf diese Weise zugleich das Kontrollrecht der Staaten infrage stellen, denen immer noch die Sorge für das Gemeinwohl obliegt.
Eine neue, unsichtbare und manchmal virtuelle Tyrannei wird installiert [...].
Darüber hinaus entfernen Verschuldung und Kredite Länder von ihrer realen Wirtschaft und Bürger von ihrer wirklichen Kaufkraft. Hinzu kommen die um sich greifende Korruption und die egoistische Steuerhinterziehung, die weltweite Dimensionen angenommen haben. Die Besessenheit von Macht und Besitz ist grenzenlos geworden. Hinter einer solchen Haltung verbirgt sich die Verweigerung ethischen Verhaltens, die Verweigerung Gottes.
[...] Die Ethik - natürlich nicht die Ethik dieser Ideologie - macht es meiner Meinung nach möglich, eine ausgewogene, menschlichere Gesellschaftsordnung zu schaffen.
- Ethik stört. - Wie auch die Solidarität!
- Sie wird als kontraproduktiv angesehen, als zu menschlich, weil sie Geld und Macht relativiert;
- sie wird als Drohung empfunden, weil sie sich der Manipulation und der Unterwerfung des Menschen verweigert.
In diesem Sinne spreche ich den Finanzexperten und den politischen Führungskräften für ihre jeweiligen Länder den Mut zu, die Worte des Heiligen Chrysostomus zu bedenken:
„ Die eigenen Güter mit den Armen nicht zu teilen, bedeutet sie ihres Lebens zu berauben und ihnen das Leben zu nehmen. Die Güter, die wir besitzen, gehören nicht uns, sondern ihnen."
(Homelie sur Lazare, I, 6, PG 48, 992D).
...Die Kirche ihrerseits arbeitet stets für die ganzheitliche Entwicklung jedes Menschen. [...] Die Kirche ermutigt die Regierenden, wirklich im Dienst des Gemeinwohls ihrer Völker zu stehen.
Sie ermahnt die Führungskräfte der Finanzwelt, Ethik und Solidarität ernst zu nehmen.« - (Übersetzung aus dem Spanischen: Norbert Arntz. Quelle )
Portiuncula Kapelle (überbaut von der Basilika Santa Maria degli Angeli, die ab dem Jahr 1569 auf Geheiß von Papst Pius V. über die Kapelle gebaut wurde. - Der Bau der Basilika wurde 1679 vollendet.) |
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